Es beginnt damit, dass man dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder freien Lauf gewährt und ihnen alle Möglichkeiten bietet, damit sie diesen ausleben können. Es ist schön, dabei zuzusehen, wie die eigenen Kinder sich entwickeln und ihre Stärken entdecken. Die Gewissheit, dass das eigene Kind sich kaum zu einem „Couch-Potato“ entwickeln wird, lässt leise Genugtuung aufkommen. Doch diese Zufriedenheit lässt einen schnell erblinden, wenn es darum geht, die Gefahr des Erfolgs frühzeitig zu erkennen. Plötzlich könnte das eigene Kind ein Talent sein und in die Mühle der Förderung geraten, auf dem Weg zum Star in der Manege.

Heutzutage wird im Sport schon früh professionell gescoutet und gefördert. Wie in einem Bericht von „Watson“ (http://www.watson.ch/!364507455?utm) zu lesen, wird dies im Fussball schon seit Jahren ziemlich professionell gemacht. Schon im zarten Alter von 10 Jahren, bekommen die Jungs die Chance, sich zu präsentieren. Während mehreren Sichtungstrainings werden sie von professionellen Trainern beobachtet und bewertet.

Wer es schafft, macht einmal einen kleinen Schritt in Richtung Fussballprofi. Im ersten Jahr darf einmal in der Woche in einer Auswahl trainiert werden, während man aber weiterhin beim Stammverein trainiert und spielt. Danach kann es sein, dass sich die Möglichkeit ergibt, fest zu einem Grossverein zu wechseln. Von da an wird es wohl nebst der Schule und Ausbildung nur noch Fussball geben. Ein Traum?

Und wie sehe ich das als Vater? Möchte ich mein Kind dieser einseitigen Förderung unterstellen? Möchte ich die freizeitlichen Aktivitäten unserer Familie durch ständige Fussballplatzbesuche weitgehendst einschränken? Möchte ich meinem Sohn das „Kind sein“ schon so früh verbauen? Soll sich mein Sohn zu einem Grossverdiener mit schlechten Manieren entwickeln?

Ich stehe also am Spielfeldrand im GC Campus und beobachte meinen Sohn im Sichtungstraining fürs FooTeCo und wünsche mir so sehr, dass er sich mehr bewegen, häufiger den Ball fordern und auch mal ein Dribbling wagen würde. Die eigene Natur lässt es nicht zu, ihm einfach beim Spielen zuschauen zu können und mich zu freuen, dass er Spass an dem hat, was er macht.

So stellt sich einmal mehr die Gretchenfrage: Braucht es Erfolg, um Spass zu haben?

In diesem Sinne sollten wir Eltern unsere Kinder wohl hauptsächlich einfach machen lassen. Dann kommt es meist, wie es kommen sollte.

Bryan Bachmann
Bildquelle: watson.ch