Wer mit Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen arbeitet, stellt immer wieder Folgendes fest: Menschen unterscheiden sich stark darin, wie sie mit ihren persönlichen Einschränkungen umgehen, unabhängig davon, um welche Art von Einschränkungen es sich handelt oder Schmerzen damit verbunden sind. Gewisse lassen sich völlig von ihren Schmerzen einnehmen und richten den Fokus darauf, was alles nicht mehr funktioniert. Für diese Gruppe von Personen scheint es schwierig, sich mit ihrer Situation zu arrangieren. Häufig fühlen sich diese Personen stark abhängig von Ärzten und Therapeuten und setzen alle Hoffnung darauf, dass sie von aussen Hilfe erfahren.

Der anderen Gruppe von Personen geht es objektiv nicht besser als der ersten Gruppe. Auch diese Personen sind von unterschiedlichsten gesundheitlichen Einschränkungen, sei dies psychischer und/oder physischer Art betroffen. Und dennoch ist diese Gruppe anders. Diese Personen setzen sich aktiv mit ihrer Situation auseinander. Auffällig ist, dass sich diese Gruppe insbesondere durch die gedankliche Herangehensweise von der ersten Gruppe unterscheidet. Diese Gruppe versucht, sich trotz Einschränkungen nicht als Opfer zu sehen. Diese Personen fokussieren darauf, was trotz gesundheitlicher Probleme noch möglich ist und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Teilweise versuchen sie sogar, die schwierige Situation als Chance zu begreifen und sind so zu persönlichen Entwicklungsschritten fähig. Sie versuchen zudem, Ärzte und Therapeuten vielmehr als Unterstützung auf ihrem Weg und nicht als alleinige Erlöser zu sehen.

Was aber ist der zentrale Unterschied zwischen den beiden Gruppen im Umgang mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen? Der Unterschied liegt hauptsächlich in der gedanklichen Ausrichtung der jeweiligen Gruppen. Wo die eine darauf fokussiert, was alles nicht mehr möglich ist, versucht die andere, sich lösungsorientiert mit ihrer Situation auseinander zu setzen. Dieser Unterschied ist für das persönliche Wohlbefinden, aber auch die erlebte Selbstwirksamkeit ganz zentral. Denn Gedanken haben einen ganz massgeblichen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen. Sich in negative Gedanken zu verstricken, gerade wenn es uns nicht gut geht, ist leicht. Oft üben wir solche negativen Gedanken schon unser Leben lang, sie kommen somit fast automatisch. Das Gute ist: Wir können lernen, auch in schwierigen Situationen mit unseren Gedanken unser Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Und das ist hilfreich, denn so hat der Mensch trotz teilweise sehr schwierigen Situationen die Möglichkeit, ganz direkt und unabhängig von äusseren Faktoren sein Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Und dies ist ganz im Sinne von Paracelsus, der bereits feststellte: „Die beste Arznei für den Menschen ist der Mensch“ (Paracelsus, 1493 – 1541).

Mehr dazu und wie wir mit unseren Gedanken ganz konkret unser Wohlbefinden positiv beeinflussen können:

https://www.beobachter.ch/gesundheit/medizin-krankheit/selbstheilung-aus-eigener-kraft

Annina Singer
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