„Es ist dun­kel. In die­sem engen Raum stinkt es. Je län­ger der Tag dau­ert und ich hier drin­nen ein­ge­schlos­sen bin, wird es noch unge­müt­li­cher. Ich habe über­haupt kei­ne Bewe­gungs­frei­heit. Hmmm, wie sieht die Umge­bung wohl aus­ser­halb mei­ner 30x10cm „Woh­nung“ aus? Lasst mich bit­te wie­der ein Mal ans Licht raus und die Welt erkun­den…“ In etwa so könn­ten Füs­se ihr Leben aus ihrer Sicht schil­dern. Wann sind denn Sie das letz­te Mal bar­fuss z.B. auf einer Wie­se gestan­den? Unse­re Füs­se brin­gen uns Tag ein, Tag aus von Ort A, vià Ort B zu Ort C etc.. Wie­viel Beach­tung bekommt denn Ihr Meis­ter­werk Fuss, bestehend aus 26 Fuss­kno­chen und 24 Fuss­mus­keln, täg­lich von Ihnen?

Was bewirkt Barfussgehen?
Die posi­ti­ven Effek­te vom Bar­fuss­ge­hen zei­gen sich auf ver­schie­de­nen Ebenen:
1. Mus­ku­la­tur (kör­per­lich): Durch unse­re meist gestütz­ten „Schuh­ge­fäng­nis­se“ und die fla­chen Böden schwächt unse­re Fuss­mus­ku­la­tur ab. Dar­aus fol­gen Platt- und Senk­füs­se. Mit regel­mäs­si­gem Bar­fuss­ge­hen kön­nen Sie die Mus­ku­la­tur ihres Quer- und Längs­ge­wöl­bes wie­der kräftigen.
2. Pro­prio­zep­ti­on (kör­per­lich): In den teils dick­soh­li­gen „Schuh­ge­fäng­nis­sen“ ver­küm­mern Druck­re­zep­to­ren. Auf­grund der feh­len­den Emp­fin­dungs­rück­mel­dung nimmt die Qua­li­tät von Bewe­gun­gen ab. Durch das Bar­fuss­ge­hen wer­den die Wahr­neh­mungs­füh­ler wie­der sti­mu­liert, was sich posi­tiv auf die gan­ze Kör­per­hal­tung auswirkt.
3. Erdung (psy­chisch): Heut­zu­ta­ge im oft hek­ti­schen All­tag spielt sich vie­les im Leben im Kopf ab. Gedan­ken lösen sich mit ande­ren Gedan­ken ab. Gewis­sen Leu­ten fehlt die „Erdung“. Durch den bewuss­ten Boden­kon­takt und das Wahr­neh­men der Füs­se hat der Kopf eine kur­ze Pause.
4. Akti­vie­rung (kör­per­lich und psy­chisch): Das gan­ze kör­per­li­che Sys­tem wird, ähn­lich einer Fuss­re­flex­zo­nen­mas­sa­ge, aktiviert.

Anlei­tung Barfussspaziergang
Pas­sen Sie die Wahl des Unter­grun­des (Wie­se, Erde, Kie­sel­stei­ne) Ihrer Sen­si­bi­li­tät der Fuss­soh­len an. Neh­men Sie anfangs zur Sicher­heit Ihre Schu­he im Ruck­sack mit. Wech­seln Sie zwi­schen Wie­sen, Sumpf, Wald­bo­den, Kie­sel­stei­nen und Asphalt ab, um so die Unter­schie­de in der Wahr­neh­mung bewuss­ter dif­fe­ren­zie­ren zu kön­nen. Vari­ie­ren Sie zwi­schen­durch das Geh­tem­po. Inwie­fern beein­flusst die Geh­ge­schwin­dig­keit Ihre Emp­fin­dung? Ver­än­dert sich Ihr Wohl­be­fin­den in der Zeit nach dem Barfussspaziergang?

Bar­fuss­we­ge Schweiz
Fin­den Sie unter www.barfusspark.info einen Bar­fuss­weg in Ihrer Nähe.

Die aktu­ell som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren bie­ten bes­te Gele­gen­heit zu Well­ness für die Füs­se. Also, raus aus den Schuh­ge­fäng­nis­sen. Ich wün­sche viel Freu­de beim „Fuss-Natur-Erleb­nis.“

Mir­jam Eggspühler
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