Was ist heute Ihr wichtig­ster Gegen­stand zum Mit­nehmen, wenn Sie mor­gens Ihr Haus ver­lassen? Das Smart­phone ganz bes­timmt. Kön­nte sich  Ihr Arbeitsweg wie fol­gt beschreiben lassen?  Auf der Fahrplanapp machen Sie die näch­ste Zugsaus­fahrt aus­find­ig. Im Zug sitzend check­en Sie schnell die neu einge­gan­genen Emails, während dem Sie auf Ihrem Smart­phone Musik hören. „Bling bling“, macht sich What­sapp bemerk­bar, „Ihr Mitar­beit­er kommt 10min ver­spätet zur Sitzung.“ Ein Klick auf Face­book für die „aktuell­sten aller aktuellen Aktu­al­itäten“, ein  kurz­er Blick in die online Agen­da, anschliessend in der Zalan­doapp auf gut Glück neue Klei­der nach Hause bestellen und zu guter Let­zt auf coop@home den Woch­eneinkauf nach Hause liefer­nd erledi­gen. Achtung — Ihr Pulsmess­er im Smart­phone meldet ihnen einen leicht erhöht­en Wert. Am Bahn­hof angekom­men zeigt ihnen Google maps den schnell­sten Weg zu dem Kaf­fee­haus mit den besten Online-Rat­ings. An der Kasse zück­en Sie Ihr Smart­phone zum Zahlen. Ihr Navi auf google maps lotst Sie zum Gebäude Ihres Sitzung­ster­mins. Sie heben Ihren Kopf und nehmen heute leicht ver­stört zum ersten Mal bewusst  einen Men­schen wahr.

Was hät­ten Sie ohne Ihr Smart­phone in der ver­gan­genen Stunde erlebt? Kön­nen Sie heutzu­tage ein paar Stun­den ohne Smart­phone sein? Oder sind Sie bere­its abhängig von Ihrem erweit­erten Gehirn?

Fluch oder Segen?
Der tech­nis­che Fortschritt bringt  viele tolle neue Möglichkeit­en mit sich und ver­drängt zeit­gle­ich den men­schlichen Direk­tkon­takt. Der mod­erne Men­sch ist online flächen­deck­end ver­net­zt und fühlt sich den­noch manch­mal alleine? Lieber ein Chat als mit der Per­son nebe­nan zu sprechen?

Der heutige Men­sch scheint über alles höch­stak­tuell informiert zu sein – aber nimmt er die reale Umge­bung um sich herum noch bewusst wahr? Wie geht es dem Kör­p­er und Geist des tech­nisierten Men­schen? Wie so oft im Leben ist der gesunde und aus­ge­wo­gene Umgang mit der Sit­u­a­tion für das ganzheitliche Wohlbefind­en entschei­dend.

Gesund­heit­ser­hal­tender „Smart­phone-Umgang“ – Tipps
1. Kör­per­lich:
Sind ihnen „Handy­dau­men“ und „Smart­phone-Nack­en“ ein Begriff? Haben Sie Lust dazu, in kom­mender Zeit, Ihre Kör­per­hal­tung während dem Smart­pho­nege­brauch zu beobacht­en? Es emp­fiehlt sich dazu fol­gen­des:
‑Präven­tion „Smart­phone-Nack­en“: Kopf aufricht­en, Hin­terkopf zurückziehen, Kinn zum Brust­bein, Blick ger­adeaus.  Heben Sie Ihre Arme und bewe­gen Sie Ihre Augen an Stelle Ihres Kopfes. So ver­ringert sich die Belas­tung auf Ihre Hal­swirbel­säule.
‑Präven­tion „Handy­dau­men“: Trainieren Sie Ihre Koor­di­na­tion, indem Sie mit dem anderen Dau­men bzw. anderen Fin­gern die Tas­ten betäti­gen. Ihr über­lasteter Dau­men kann sich so erholen.

2. Geistig:
Manch­mal über­stra­pazieren die vie­len Reize durch den Smart­pho­nege­brauch und das ständi­ge „online sein“ unseren Geist. Es emp­fiehlt sich:
‑Gön­nen Sie sich eine „dig­i­tale Auszeit“ auf Ihrem Weg zur Arbeit, am Woch­enende oder in Ihren näch­sten Ferien. Geniessen Sie die gewonnene Zeit und Entspan­nung, lassen Sie Ihren Blick zufrieden in die Weite schweifen.
‑Schal­ten Sie Ihr Smart­phone nachts aus und „parkieren“ Sie es ausser­halb Ihres Schlafz­im­mers.

Testen Sie die eine oder andere neue Ver­hal­tensweise im Umgang mit Ihrem Smart­phone und ent­deck­en Sie Ihre direk­te Umge­bung neu.

Corinne Wid­mer
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