Von Jana Meyer

Der Früh­ling und sogar die ers­ten Som­mer­ta­ge haben längst Ein­kehr gehal­ten und doch steckt noch ein Stück Rest­mü­dig­keit in mei­nen Glie­dern. Mei­ne Reser­ven füh­len sich nicht gänz­lich auf­ge­füllt, die Ener­gie scheint gefühlt noch nicht voll da zu sein. Die­se jähr­li­che Über­gangs­zeit, nicht mehr kalt und doch noch nicht Som­mer, gibt mir immer wie­der den Anreiz etwas nur für mich, mei­nen Kör­per und Geist, zu machen.

Am liebs­ten wür­de ich gleich mor­gen in das Heil­fas­ten nach Buch­in­ger ein­stei­gen… Für mich per­sön­lich bedeu­tet dies immer die per­sön­li­che «Reset-Tas­te» zu täti­gen. So schwer und anstren­gend ein mehr­tä­gi­ger Nah­rungs­ver­zicht auch sein kann, so war es nach mei­nen Fas­ten­er­fah­run­gen immer erstaun­lich, dass ich von mei­nem neu­en Wohl­be­fin­den und der neu gewon­ne­nen Ener­gie Wochen ja sogar Mona­te zeh­ren konn­te – men­tal wie phy­sisch. Es fühlt sich an, als wenn die Feri­en­zeit von Magen und Darm auch für alle Orga­ne eine her­bei ersehn­te Aus­zeit bedeu­tet und der Kör­per trotz oder eben gera­de wegen des Ver­zichts wie­der alle Reser­ven auf­fül­len und rege­ne­rie­ren kann. Davon abge­se­hen bie­tet es mir jedes Mal wie­der die Mög­lich­keit mich selbst wie­der rich­tig zu fin­den und neu aus­zu­rich­ten – wo ste­he ich, wo will ich hin, was ist mir wirk­lich wich­tig, wo lohnt es sich zu inves­tie­ren und wo set­ze ich Prio­ri­tä­ten. Der schö­ne Neben­ef­fekt ist, dass das Essen nach dem Fas­ten ein­fach wie­der viel bes­ser schmeckt, ich es wie­der viel mehr schät­zen und bewuss­ter genies­sen kann und ich auch wie­der mit mehr Krea­ti­vi­tät den Koch­löf­fel schwin­gen kann.

Aber was heisst Heil­fas­ten nach Buch­in­ger konkret?

In der Regel wird mit zwei Ein­lei­tungs­ta­gen begon­nen, an denen nur noch Gemü­se und Obst geges­sen wer­den. Das anschlies­sen­de 5‑Ta­ge-Fas­ten bedeu­tet Ver­zicht auf Nah­rung, statt­des­sen wer­den täg­lich 2–3 Liter Flüs­sig­keit (vor allem Was­ser und Tee, wenig Frucht­saft und Gemü­se­brü­he) getrun­ken. Idea­ler­wei­se und sehr zu emp­feh­len ist es, dass die Fas­ten­ta­ge aus­rei­chend Zeit­fens­ter für Ent­span­nung und Bewe­gung – vor allem aber Zeit für sich selbst – ermög­li­chen. Oft wird das Fas­ten auch in einer Grup­pe prak­ti­ziert, was fern­ab von Zuhau­se oder auch in gewohn­ter Umge­bung statt­fin­den kann. Mitt­ler­wei­le gibt es eine Viel­zahl an orga­ni­sier­ten Fas­ten­grup­pen, an völ­lig unter­schied­li­chen Orten (Kli­nik, Jugend­her­ber­ge, Wan­der­grup­pe). Am Ende der Fas­ten­ta­ge wer­den min­des­tens 2 Aus­lei­tungs- bzw. Auf­bau­ta­ge, idea­ler­wei­se mehr, ein­ge­baut. An die­sen Tagen wird lang­sam begon­nen wie­der fes­te Nah­rung zu essen. Die Zeit nach dem Fas­ten ist erfah­rungs­ge­mäss die gröss­te Her­aus­for­de­rung beim Fas­ten, bie­tet sich aber gleich­zei­tig an um mit der einen oder ande­ren bis­he­ri­gen (Ernährungs-)Gewohnheit zu bre­chen und neue in den All­tag einzubauen.

Natür­lich lässt sich das mehr­tä­gi­ge Fas­ten nicht immer mit dem All­tag ver­ein­ba­ren – ver­ständ­li­cher­wei­se sind die Feri­en­ta­ge ein­fach zu scha­de für den Ver­zicht oder es ist je nach per­sön­li­cher Situa­ti­on schlicht unmög­lich sich Zeit für eine sol­che Mass­nah­me zu neh­men. Alter­na­tiv kann auch Basen­fas­ten (Fas­ten mit Obst und Gemü­se) oder Kurz­zeit-Fas­ten ähn­li­che Effek­te hervorrufen.

Ich jeden­falls freue ich mich schon sehr, wenn sich wie­der die Gele­gen­heit zu einer Fas­ten-Aus­zeit bie­tet, bis dahin ver­su­che ich es mit dem hof­fent­lich nicht weni­ger wir­kungs­vol­len Basenfasten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und kon­tro­ver­se Mei­nun­gen sind in der Sen­dung «Heil­fas­ten – ein Selbst­ver­such» zusammengefasst:

https://www.srf.ch/play/tv/gesundheitheute/video/heilfasten-ein-selbstversuch?id=3682a1d9-4dcf-472e-bf14-8f26cbd2ec7b&station=69e8ac16-4327–4af4-b873-fd5cd6e895a7

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