Pferde wer­den ver­mehrt in Sem­i­naren als Train­er für Führungsper­so­n­en und zur Förderung von Tea­men­twick­lung­sprozessen einge­set­zt. In der authen­tis­chen Begeg­nung mit dem Pferd kön­nen wir Men­schen mehr über uns sel­ber, über unser Ver­hal­ten und damit über vorhan­dene Missver­ständ­nisse und ver­steck­te Kon­flik­te im Berufs- wie auch im Pri­vatleben erfahren. Pferde hal­ten uns unzwei­deutig den Spiegel vor.

Ein Pferd kön­nte uns beispiel­sweise Fol­gen­des sagen:
“Ich spüre oft im Auftreten von euch Men­schen eine zöger­liche Zurück­hal­tung, ein unbes­timm­bares Abwä­gen. Eure Sig­nale an mich sind unklar. Anscheinend ver­sucht ihr, Kon­flik­t­si­t­u­a­tio­nen zu ver­mei­den, sprecht ihr Unan­genehmeres nicht gerne an, ver­drängt Schwieriges. Sei es aus Unsicher­heit oder Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu tun, um das Gegenüber zu “scho­nen”, um nicht zu ver­let­zen, nicht zu verärg­ern oder auch aus Angst vor Kon­se­quen­zen. Obwohl wir Pferde nicht sprechen kön­nen, haben wir sehr viele Möglichkeit­en, uns miteinan­der zu ver­ständi­gen. Wir han­deln, wir disku­tieren nicht. Wir geben uns klare Zeichen über Bewe­gun­gen, Gestik, Mimik und Blicke. Reagiert ein anderes Pferd nicht auf unsere feinen Sig­nale, wer­den wir deut­lich­er in unser­er Ansage. Wir Pferde lieben klare Kom­mu­nika­tion. Dies gibt uns Sicher­heit. Missver­ständ­nisse und Span­nun­gen sind sel­ten unter uns Pfer­den. Redet deshalb niemals um den heis­sen Brei herum. Ihr habt doch Worte, die klarstellen kön­nen. Seid mutig und direkt. Wie oft macht ihr euch sel­ber etwas vor und denkt dabei, “es ist nicht der richtige Moment, um dies und das anzus­prechen”. Ich sage euch, es ist NIE der richtige Moment. Sagt kün­ftig bess­er in der­ar­ti­gen Sit­u­a­tio­nen sach­lich, aber ger­ade­heraus was ihr denkt und fühlt. Euch und den Anderen zuliebe. Wählt aber eure Worte mit Acht­samkeit und Feinge­fühl. So kön­nt ihr miteinan­der Wege find­en, die für euch Alle stim­men. Mutiges mit­teilen schafft lebendi­ge Beziehun­gen. So kann aus Skep­sis und Missver­ständ­nis­sen neues Ver­trauen und verbesserte Zusam­me­nar­beit entste­hen”.

Blog & Bildquelle: Hans-Peter Hofer