„Ja, ich weiss es ja, ich sollte meine Phys­ioübun­gen für meinen Rück­en machen… Dann müsste ich noch meine Gle­ichgewicht­sübun­gen für meine insta­bilen Kniege­lenke durch­führen… Tägliche Entspan­nungsübun­gen wären für meine Ner­ven dur­chaus sehr sin­nvoll… Meine 7 Kaf­fees am Tag und die Tafel Schoko­lade sollte ich ja auch reduzieren… Neb­st all dem, arbeite ich 100%, habe zwei kleine Kinder und eine Frau. Wann soll denn ich all diese Übun­gen in meinen 24 Stun­den Tag rein­brin­gen? Ich habe ja ohne­hin bere­its zu wenig Zeit und Stress. Der Grund der Bedeu­tung dieser Übun­gen leuchtet mir ein. Ich habe sog­ar einige Büch­er darüber gele­sen und mir YouTube-Filme angeschaut. Hmmm und den­noch mache ich nichts für meine Ressourcen.“

Ken­nen Sie diese Sit­u­a­tion auch? Wis­sen ist gut, noch bess­er ist das Han­deln. Wie es bere­its Erich Käst­ner sagte: „Es gibt nichts Gutes, auss­er man tut es.“ Aber was hin­dert denn einen daran, um über­haupt in Aktion zu kom­men? Sin­nvolle Ausre­den und Begrün­dun­gen zum Beispiel? Oder ist die Über­win­dung des inneren Schweine­hun­des viel zu anstren­gend? Fühlt es sich viel angenehmer an, in der sicheren Gewohn­heit zu bleiben, als Neues auszupro­bieren? Was ist, wenn ich scheit­ere?

Wie kann denn kör­per­liche Bewe­gung und Entspan­nung nach­haltig, wie z.B. das automa­tisierte Zäh­neputzen, in den All­t­ag inte­gri­ert wer­den? Gibt es Lösungsan­sätze bevor der Lei­dens­druck genü­gend hoch ist und einen aktiv wer­den lässt?

Möglicher­weise brin­gen Sie für eine gesund­heits­fördernde Ver­hal­tensän­derung bere­its genü­gend Moti­va­tion und Erken­nt­nis mit. Brauchen Sie zur Umset­zung Ihrer Absicht in die Tat, in Bezug auf die Pla­nung Ihrer Ver­hal­tensän­derung und im Umgang mit inneren und äusseren Hin­dernissen Unter­stützung? Dann kön­nten Sie die fol­gen­den Punk­te in einem ersten Schritt in Schwung brin­gen:

1. Was brin­gen Sie an Bewe­gungs- und Sporter­fahrung mit? Bspw. „Sport ist Mord“? -> Ihre Erfol­gschan­cen steigen, wenn Sie pos­i­tive Bewe­gungser­fahrun­gen sam­meln und schrit­tweise Ihre Ein­stel­lung und Ihre Werte gegenüber der Bewe­gung umpro­gram­mieren kön­nen. (Tipp zum Nach­schla­gen:  Selb­stkonzept nach Rokeach)

2. Set­zen Sie sich ein kleines, real­is­tis­ches Ziel. Bspw. „Während 8.5h Sitzen strecke ich mich 3x.“ -> Bei erfol­gre­ich­er Umset­zung steigt Ihre intrin­sis­che Moti­va­tion.

3. Mögen Sie ten­den­ziell eher spielerische Bewe­gung? Brauchen Sie eine andere Ver­pack­ung der Übung? Bspw. „Steigt Ihre Moti­va­tion, wenn Sie Rück­enübun­gen mit einem Part­ner oder ein­er Part­ner­in machen kön­nen und dazu noch Bälle ver­wen­den?“

4. Rück­fälle in alte Gewohn­heit­en sind men­schlich. Ste­hen Sie wieder auf. Bis im Gehirn neue Ner­ven­zel­lverbindun­gen sta­bil sind, braucht es min­destens 6 Monate. Geben Sie sich die Zeit dazu. (Tipp zum Nach­schla­gen: Trans­the­o­retis­ches Mod­ell)

Brauchen Sie noch etwas, um einen ersten Schritt zum Han­deln zu machen? Vielle­icht eine kleine Beloh­nung?

Mir­jam Eggspüh­ler

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